Skip to content
12. Juli 2011 / Kai Oppel

Höstel-Premiere in Erfurt

Höstel Premiere in Erfurt

Bleiche Warzengesichter. Blutunterlaufene Augen. Schwarze Haare, in denen sich ein wenig Dreck verfangen hat. „Wir hätten gerne zwei Karten für Höstel“, sage ich. Der Zombie schaut mich an. „Tut mir leid. Ausverkauft.“ Überall hatten die Erfurter Studenten in der Stadt plakatiert. Der erste Horrorkurzfilm aus der Thüringischen Landeshauptstadt. Also versuchen wir unser Glück und gehen einfach an den Kartenabreißern vorbei und setzen uns dennoch in den brechend vollen Kinosaal. Junges Studentenpublikum. Stickige Luft. Spannung. Kurz vor 8 Uhr springt Jan Reichert vor den Vorhang. Spricht. Aufgeregt. Glücklich. „Eigentlich habe ich hier einen Zettel, da steht alles drauf“, sagt er. „Aber wir wollen doch jetzt alle den Film sehen!“. Die Menge klatscht. Nur soviel sagt er noch. Der Film solle ein Zeichen sein. Ein Zeichen, dass junge Menschen in Erfurt etwas bewegen können. Mut machen soll der Film. Aber genug der Vorrede. Los geht’s.

Vier Studenten stranden in Erfurt – und müssen feststellen, dass diese Stadt tot ist. Und auch einige von ihnen werden es nicht überleben. Tolle Kameraführung. Spaß am Schauspiel. Atmosphärische Musik. Zum Gruseln viel zu schöne Kostüme. Tatsächlich ist es den Studenten auch gelungen, die entlegensten Gegenden Erfurts zu filmen. In Bilder gepackt, was Clueso in „Geisterstadt“ besingt. Hier gibt’s nichts mehr zu holen. Außer die Seelen ein paar junger Studenten. Der Film ist unterhaltender Klamauk. 29 Minuten. Herrlich.

Keine Frage, im Anschluss gibt’s ordentlich Applaus. Und nach weiteren 25 Minuten steht der halbe Kinosaal auf der Bühne. Haben schließlich alle mitgemacht. Man grüßt. Danksagt. Auch an Mami und Papi. Eine schöne Stimmung, die tatsächlich Mut macht und zeigt, was werden kann, wenn man will. Für mich als sherpas, der einen kleinen finanziellen Beitrag zum Mitgelingen des Films geleistet hat, erfüllt sich, was ich mit der Spende beabsichtigt hatte. Die Welt etwas bunter machen. Projekte ermöglichen, die es sonst vielleicht nicht geben würde. Ein tolles Gefühl.

Mehr davon!

Danke mysherpas.com

zp8497586rq
{lang: 'de'}